Die Vereinsgeschichte

AWO FWH Gruppenbild von 1928

Am 13. Dezember 1919 gründete die SPD den Hauptausschuss Arbeiterwohlfahrt.

Damit bestand für alle Orts- und Kreisverbände der SPD die Voraussetzung, offiziell in der Wohlfahrtspflege mitzuwirken.

In ganz Deutschland herrschte bittere Not. Doch es ist nicht nur die aktuelle Not der Menschen, die zur Idee einer "Arbeiterwohlfahrt" führte. Das politische Ziel sollte sein, die unterdrückende Armenpflege des alten Kaiserregimes abzulösen und die Idee der Selbsthilfe und Solidarität in eine moderne Wohlfahrtspflege hinein zu tragen. So wurde neben der "bürgerlichen Wohltätigkeit" ein sozialdemokratischer Wohlfahrtsverband aufgebaut.

Die Arbeiterwohlfahrt verstand sich als ein Element der sozialdemokratischen Arbeiterbewegung im Übergang vom 19. zum 20. Jahrhundert. Seit ihrer Gründung ist sie eine politische Interessengemeinschaft, deren Mitglieder für soziale Gerechtigkeit und sozialen Fortschritt eintreten, aber die AWO war deshalb niemals eine ausschließlich der Arbeiterschaft dienende Gemeinschaft.

In der 1912 erbauten und ausschließlich von Arbeitern der Mannstaedtwerke und ihren Familien bewohnten „Schwarzen Kolonie“ fanden sich bereits eineinhalb Jahre nach der Gründung in Berlin Männer zusammen, um den Gedanken der Arbeiterwohlfahrt auch hier in die Tat umzusetzen. Am 20. April 1921 wurde durch den Ortsverband der SPD die Arbeiterwohlfahrt, Ortsausschuss Friedrich-Wilhelms-Hütte, gegründet. Zur Gründungsversammlung hatte Karl Kuhn, Lehrer in Friedrich-Wilhelms-Hütte, später Bürgermeister von Bad Kreuznach und als Mitglied des parlamentarischen Rates ab September 1948 an der Ausarbeitung unseres Grundgesetzes beteiligt, in die Volksschule eingeladen. Mit ihm trafen sich 13 Männer, die sich von der neuen Idee begeistern ließen. Die Gründer unseres Ortsvereins waren:

Karl Kuhn, Willi Albert, Servatius Assenmacher, Johann Blum, Bertram Bungart, Anton Fischer, Peter Güssgen, Franz Hemmerich, Heinrich Hönscheid, Peter Ludwig, Karl Naujocks, Willi Oberdörster, Gottfried Schwerm und Johann Welter.

Zu ihrem Vorsitzenden wählten sie Johann Blum, dessen Nachfolge ab 1924 Johann Welter antrat. Zu den ersten Aktivitäten der AWO Hütte gehörte die Organisation von Zusammenkünften und Wanderungen, sowie Kinder- und Familienbetreuung. Nachdem die ersten organisatorischen Schwierigkeiten der Gründerjahre überwunden waren, entwickelte sich die Arbeiterwohlfahrt Friedrich-Wilhelms-Hütte in wenigen Jahren zu einer starken Organisation, die in der Bevölkerung größte Zuneigung und Unterstützung fand. Die Maßnahmen wurden laufend ausgebaut, wobei der Ortsausschuss seine erste Bewährungsprobe während der Weltwirtschaftskrise, Ende der zwanziger Jahre, bestand. So wurde in großangelegten Aktionen durch die Mitglieder und Helfer der AWO Speisungen durchgeführt und bei gemeinsamen Nähabenden hergestellte Kleidung an die notleidende Bevölkerung verteilt.

Mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten im Jahre 1933 wurde das Wirken der AWO Hütte jäh unterbrochen. Ein Schicksal, dass sie mit vielen anderen demokratischen Vereinigungen im gesamten Reichsgebiet teilte. Die Nazis zerschlugen diese Organisationen und vereinnahmten kurzerhand deren Einrichtungen und Vermögen. So auch das zwischenzeitlich errichtete Jugendheim der AWO Hütte, welches an der Kapellenstraße, der heutigen Roncallistraße, gestanden haben muss. Erst nach Ende des zweiten Weltkrieges kam wieder Leben in unseren Ortsverein. Durch die Initiative von Johann Blum und Johannes Gersbeck begann der Neuaufbau. Die Arbeiterwohlfahrt, bis 1933 Teil der SPD, entstand 1946 als eigenständiger und unabhängiger Wohlfahrtsverband.

Zum Vorsitzenden des Ortsvereins Friedrich-Wilhelms-Hütte wurde wieder Johann Welter gewählt, der dieses Amt bis 1953 ausübte. Vorsitzender des AWO-Kreisverbandes wird ab 1950 der Hüttener Johannes Gersbeck.

Die Arbeit der AWO war zunächst darauf ausgerichtet, die ärgste Not der Bevölkerung, welche unter den Kriegsfolgen arg zu leiden hatte, zu lindern. Hierzu gehörte unter anderem bis zum Ende der fünfziger Jahre die Verteilung von Care-Paketen, Lebensmitteln und Bekleidung. Die zur Verteilung kommende Bekleidung wurde zum Teil im Nähkreis des Ortsvereins angefertigt, der speziell zur Herstellung dieser Kleiderspenden gegründet worden war.

Vorsitzender Welter forderte zur Mitgliederversammlung 1950, dass mindestens zwei Frauen dem neuen Vorstand angehören sollten. Ein Vorgriff auf die Jahrzehnte später beschlossene Quotenregelung, dem die Versammlung mit Mehrheit folgte. Die Vermittlung von Kuren und Erholungsmaßnahmen, Unterstützung, Beratung und Aufklärung über Belange der Fürsorge, Erziehung sowie Jugend- und Altenhilfe sind in jener Zeit die Hauptaufgaben des 61 Mitglieder zählenden Ortsvereins, in dem aber auch die Geselligkeit nicht zu kurz kommt. 1953 tritt Johann Welter aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr zur Wahl an, und August Werner wird zum Vorsitzenden gewählt. Im März 1953 wird ein Antrag des Vorstands auf Entschädigung für das in der Nazizeit enteignete Jugendheim von der Gemeinde Menden genehmigt. Die Vorstandsmitglieder des Ortsvereins betätigen sich auch aktiv in der Kommunalpolitik. Zwei von ihnen sind Mitglied der Amtsvertretung, weitere fünf Mitglieder der Gemeindevertretung. Differenzen im Vorstand führen im Mai 1955 zum Rücktritt von August Welter. Sein Stellvertreter, Josef Assenmacher, übernimmt die Führung des Ortsvereins und wird in der Mitgliederversammlung 1956 zum Vorsitzenden gewählt. Der Tätigkeitsbericht des Vorstands weist für 1956 321 Lebensmittelspenden, aber so gut wie keine Kleiderspenden mehr aus. Die Aktivitäten des Nähkreises wurden eingestellt. Im Vorstand muss es dann im Laufe des Jahres 1957 zu unüberbrückbaren Meinungsverschiedenheiten gekommen sein. Das Gremium bricht auseinander, die Aktivitäten des Ortsvereins werden aber, wenn auch in reduziertem Maße, weitergeführt. Erst am 30. März 1963 wird ein neuer Vorstand gewählt. Vorsitzender wird der langjährige Kassierer Willi Alberts. Der Ortsverein ist mit 85 Mitgliedern der stärkste im Kreisverband. Bereits drei Jahre später hat sich der Mitgliederbestand auf 120 erhöht. Zur Mitgliederversammlung im März 1969 können schon 185 Mitglieder eingeladen werden.

Nach dem Ende der Hungerjahre und den eintretenden Veränderungen im Gesellschafts- und Arbeitsleben erweiterte sich das Aufgabengebiet der AWO. Die Arbeiterwohlfahrt reagierte auf die sich ändernde Situation durch Aufnahme neuer Maßnahmen in ihr Programm. Beginnend Ende der fünfziger Jahre wurden unter der Leitung von Johann Gersbeck Ferienmaßnahmen für Kinder in Verscheid im Wiedtal organisiert. Viele damalige Teilnehmer erinnern sich gerne an die preisgünstigen drei Wochen, für manch einen auch sechs Wochen, Sommerspaß, gemeinsam mit Gleichaltrigen im Zelt oder auch im Gasthof Paganetti. Seniorenerholungen, Mütter- und Familienerholungen sowie Kinderkuren wurden durch unseren Ortsverein zum Teil selbst organisiert, zum Teil vermittelt. Der zunehmenden Vereinsamung älterer Menschen begegneten die damals Verantwortlichen in unserem Ortsverein mit der Durchführung von Ein- und Mehrtagesfahrten, Frühlings-, Mai- und Herbstbällen, Karnevals- und Theaterveranstaltungen, Weihnachtsfeiern und vielem mehr. 1969 wurde im Vorstand erstmals über den Bau einer Begegnungsstätte diskutiert. Auf der im gleichen Jahr stattfindenden Mitgliederversammlung wurde Heinz Herf zum Vorsitzenden gewählt.

Die Mitgliederzahl ist inzwischen auf 225 angestiegen. Das neu errichtete Lehrschwimmbecken der Schule wird von der AWO an drei Tagen die Woche für je eine Stunde genutzt, und auch alle anderen Angebote finden großen Zuspruch. So zum Beispiel die traditionelle Tagestour im Sommer, bei der zwischen 130 und 150 Teilnehmer in diesen Jahren die Regel ist. Das breitgefächerte Angebot des Ortsvereins und die nach wie vor geleistete Unterstützung für Hilfsbedürftige, aber auch die aktive Mitgliederwerbung der Vorstandmitglieder, machen sich bezahlt. Im Herbst 1970 sind 295 Hüttener Bürger Mitglieder der AWO Friedrich-Wilhelms-Hütte, die am 15. Mai 1971 im vollbesetzten Saal Paffendorf ihr 50jähriges Vereinsjubiläum feiert.

Der Ortsverein wird immer größer. Bei der Kreiskonferenz der AWO 1972 stellt die Friedrich-Wilhelms-Hütte mit 19 Personen fast 20% der Delegierten und repräsentiert damit 350 Mitglieder. Die bereits 1953 bewilligte Entschädigung für das enteignete Jugendheim, über deren konkrete Umsetzung in den Protokollen leider bis 1973 nichts Verwertbares enthalten ist, wird nun nachweisbar vollzogen. Ab Januar 1971 zahlt die Stadt Troisdorf der AWO Friedrich-Wilhelms-Hütte Erbpacht für ein Grundstück an der Kurt-Schuhmacher-Straße und errichtet dort zwei Jahre später eine Begegnungsstätte, die am 21. Juni 1974 eingeweiht wird, und deren Trägerschaft der mittlerweile 400 Mitglieder zählende AWO-Ortsverein übernimmt.

Eine auf der Bundeskonferenz der AWO beschlossene Beitragserhöhung von 1,- DM auf 2,- DM monatlich führt zu einer Vielzahl von Austritten. Der Mitgliederstand fällt auf 340 Personen zurück. Im November 1975 wird unter der Leitung von Heinz Herf in Zusammenarbeit mit dem Bundestagsabgeordneten Dr. Wim Nöbel (SPD) die erste mehrtägige Berlinfahrt des Ortsvereins Hütte durchgeführt. Dieses Angebot wird ca. 20 Jahre lang unter der bewährten Organisation von Heinz zum festen Bestandteil des AWO-Jahresprogrammes gehören. Die Ausflugsfahrten der AWO Hütte finden großen Zuspruch. Im August 1977 nehmen 188 Personen, verteilt auf vier Busse, an der inzwischen traditionellen Tagestour teil. In den Sommerferien organisiert in jener Zeit das Vorstandsmitglied Uwe Göllner für die Hüttener Pänz Ferienfreizeiten und Ausflugsfahrten.

Auf der Kreiskonferenz der Rhein-Sieg-AWO wird Heinz Herf im März 1977 zum stellvertretenden Kreisvorsitzenden gewählt. Ein weiteres Mitglied unseres Ortsvereins wird Beisitzer im Kreisvorstand. Die gut besuchte Begegnungsstätte bietet dem Ortsverein die Möglichkeit zu neuen Aktivitäten, welche neben der aktiven Mitgliederwerbung des Vorstandes dazu führen, dass bei der Mitgliederversammlung im März 1980 500 Mitglieder dem AWO Ortsverein Hütte angehören. Der langjährige Vorsitzende Heinz Herf tritt nicht mehr zur Wahl an, und Georg Dederichs wird zu seinem Nachfolger gewählt. Ein Jahr später feiert der Ortsverein am 30. April und 1. Mai 1981ein ganzes Wochenende lang sein 60jähriges Bestehen. Neben den weiterhin gut angenommenen Ausflugsfahrten des Ortsvereins ist es nach wie vor notwendig, bedürftige Mitbürger zu unterstützen. Lebensmittel- und Kleiderspenden, Krankenbesuche und die Vermittlung und Teilfinanzierung von Kur- und Ferienaufenthalten für Erwachsene und Kinder gehören mit zu den Aufgaben der AWO Hütte.

Bei den Neuwahlen 1983 übernimmt Jakob Schäfer durch das Votum der Versammlung den Vorsitz. Ihm folgt drei Jahre später Otto Daun Junior im Amt. Die Begegnungsstätte wird nicht nur durch Senioren genutzt. 1986 gründet sich unter der Leitung von Renate Drinhausen eine Mutter-Kind-Gruppe, die regelmäßig die Räume der AWO nutzt. Durch sogenannte Erzählkaffees wird 1987 das Angebot weiter ausgebaut. Mit dem Ziel, die Kommunikation zwischen den Generationen zu fördern, treffen sich auf Einladung des Ortsvereinsvorstandes in unregelmäßigen Abständen Senioren und Schüler in der Begegnungsstätte und diskutieren gemeinsam zu einem vorgegebenen Thema. Auch bei den Ausflugsfahrten geht man neue Wege. Im Sommer 1988 wird ein kompletter Ausflugsdampfer gechartert. Mit dem vollbesetzten Schiff geht es auf Rheintour. Das Angebot einer Bustour für junge Familien mit Kindern zielt darauf ab, auch jüngere Menschen für unsere Sache zu gewinnen, und findet in den Folgejahren Fortsetzung. Die Zahl der Mitglieder ist auf 440 Personen abgesunken, und die AWO insgesamt erkennt für sich das Problem der Überalterung. Mit großem Engagement versucht man zumindest ein Gleichgewicht zwischen Neuaufnahmen und altersbedingten Mitgliederverlusten herzustellen. Beim 70 jährigen Jubiläum, das am 30. April 1991 in der vollbesetzten Mehrzweckhalle unter Beteiligung der auch damals schon sehr bekannten kölschen Mundartgruppe De Höhner gefeiert wird, zählt die AWO Hütte 407 Mitglieder. Im Herbst 1991 wird dem AWO Ortsverein Friedrich-Wilhelms-Hütte die Gemeinnützigkeit zuerkannt.

Seit Ende der achtziger Jahre stehen im Jahresprogramm Theaterbesuche im Contrakreis Bonn und dem Millowitsch Theater Köln sowie die sogenannten Techniktouren, die sehr gut angenommen werden. Im Frühjahr 1993 erhält der Ortsverein durch die Aktion Weihnachtslicht des General-Anzeigers einen VW-Bus, und erschließt sich mit diesem ein neues Betätigungsfeld. In der Begegnungsstätte wird ein Mittagstisch für Alleinstehende eingerichtet. Das Essen wird mit dem ortsvereinseigenen Bus in der Küche des Alfred-Delp-Altenzentrums abgeholt. Sieben bis zehn Personen nehmen anfangs das neue Angebot regelmäßig wahr. Nach ca. eineinhalb Jahren muss die Essensausgabe aber auf Grund zu geringer Teilnehmerzahlen wieder eingestellt werden. Neben der Begegnungsstätte wird für unseren VW Bus eine Garage errichtet. Im Laufe des Jahres 1994 kommt es bezüglich eines Fahrdienstes für die Gäste der Tagespflegeabteilung des Alfred-Delp-Altenzentrums und dem AWO Ortsverein Hütte zu einem Vertragsabschluss. Das uns gestiftete Fahrzeug findet so bis heute eine sinnvolle Verwendung.

Am 10. März 1995 werden 385 Mitglieder zur Jahreshauptversammlung eingeladen. Otto Daun hatte schon im Vorfeld der anstehenden Neuwahlen erklärt, dass er nach neun Jahren im Amt des Vorsitzenden für diese Position nicht wieder kandidieren würde. Die Versammlung wählt seinen bisherigen Stellvertreter Heinz Fischer einstimmig zum Vorsitzenden. Im Ortsverein bildet sich im Laufe des Jahres 1995 eine Bauchtanzgruppe, die regelmäßig in den Räumen der Begegnungsstätte trainiert, und auch bei diversen Veranstaltungen des Ortsvereins auftritt. Als am 20. April 1996 unter großer Beteiligung der Hüttener Bevölkerung und vielen Delegationen befreundeter AWO-Ortsvereine aus dem Rhein-Sieg-Kreis das 75jährige Jubiläum in der vollbesetzten Mehrzweckhalle gefeiert wird, ist der AWO-Ortsverein Hütte ein eingetragener Verein.

Ab Januar 1998 nimmt der Ortsverein, als einer der ersten im Kreisverband, ein neues Angebot in sein Programm auf. Unter fachkundiger Anleitung können sich Interessierte einmal wöchentlich mit der Handhabung des Internets vertraut machen. Leider wird diese Aktivität durch wiederholte Einbrüche in die Begegnungsstätte, bei denen vor allem die Computer entwendet werden, immer wieder unterbrochen. Die ursprünglich von den Troisdorfer AWO-Ortsvereinen und die letzten Jahre durch den AWO-Kreisverband organisierte Stadtranderholung, an der jedes Jahr auch viele Hüttener Kinder teilgenommen hatten, findet ab Sommer 2000 auf Grund nicht zu lösender organisatorischer Probleme nicht mehr statt. Ein Verlust für die Kinder, aber auch für die AWO. Das Angebot in der Begegnungsstätte wird in diesem Jahr durch einen einmal monatlich durchgeführten Bingonachmittag weiter ausgebaut.

Die Hauskassierung der Mitgliedsbeiträge, ein wichtiges Bindeglied zwischen Ortsverein und Mitglieder, wird ab 2001 eingestellt. Zum Ausgleich wird der Stadtteil Friedrich-Wilhelms-Hütte unter den Vorstandsmitgliedern des AWO-Ortsvereins in Betreuungsbezirke eingeteilt. Insbesondere zu in ihrer Mobilität eingeschränkten Mitgliedern soll so der direkte Kontakt gehalten werden. Mit der Einführung des Geburtstagskaffees im Sommer 2001, zu dem alle Ortsvereinsmitglieder, quartalsweise zusammengefasst, anlässlich ihres Geburtstages in die Begegnungsstätte eingeladen werden, soll ebenfalls der Kontakt zu den Mitgliedern und deren Kommunikation untereinander gefördert werden. Eine in der Mehrzweckhalle geplante Veranstaltung anlässlich des 80jährigen Bestehens der AWO Hütte findet wegen sehr geringem Kartenvorverkauf in abgespeckter Form im August 2001 im Saal Paffendorf statt. Die Schar der Besucher bleibt, sicher nicht nur wegen der an diesem Tag vorherrschenden großen Hitze, sehr übersichtlich.

Im September 2002 entsteht durch das Vorstandsmitglied Willi Drinhausen Kontakt zu dem kleinen AWO-Ortsverein Schnaditz in Sachsen. Schnaditz wurde im August von der „ersten Jahrhunderthochwasserkatastrophe“ hart getroffen. Der Ort wurde komplett überflutet und viele Gebäude und deren Einrichtung zerstört. In Zusammenarbeit mit der über 80jährigen Vorsitzenden der AWO Schnaditz hilft die AWO Hütte mit finanzieller Unterstützung, die zerstörte Einrichtung des dortigen Gemeindetreffs zu ersetzen und erhält von den Schnaditzern überschwänglichen Dank.

Durch die Einführung der Zentralen Mitglieder- und Adressverwaltung durch den AWO-Bundesverband erfahren viele Ortsvereine eine Bereinigung ihrer Mitgliederbestände. So auch die AWO Hütte. Aber auch das Ungleichgewicht zwischen Abgängen und Neuaufnahmen reduziert die Zahl der Mitglieder in den AWO-Ortsvereinen. Bei einer im Kreisverband groß angelegten Mitgliederwerbeaktion geht die AWO Hütte im Jahre 2005 als erfolgreichster Ortsverein hervor. Bei der Mitgliederversammlung 2006 kann der Vorsitzende einen Mitgliederbestand von 376 Personen verkünden. In Gesprächen zwischen AWO-Vorstand und der Leiterin der Betreuungsstelle für ausländische Frauen und Mädchen, dem heutigen Haus International, wird für die Zukunft eine engere Zusammenarbeit vereinbart. Auf Einladung der AWO Hütte treffen sich im September 2006 die Träger der im Stadtteil ansässigen Einrichtungen für Kinder und Jugendliche in der Begegnungsstätte. Der „runde Tisch Kinderarmut“ setzt sich das Ziel, von Armut betroffenen Kindern und Jugendlichen im direkten Kontakt untereinander, unbürokratisch und schnell zu helfen. Der AWO Ortsverein Hütte richtet zu diesem Zweck das „Sonderkonto Kinderhilfsfond“ ein und stattet dieses mit einem fünfstelligen Grundbetrag aus. Auf das Konto gehen in der Folgezeit immer wieder Spenden ein. Einer nicht geringen Zahl von benachteiligten Kindern konnte durch diesen Hilfsfond bei der Einschulung, bei Klassenfahrten oder in anderen besonderen Lebenssituationen geholfen werden.

Auf Initiative des ehemaligen Vorstandmitglieds Willi Drinhausen wird im Januar 2009 ein neues Angebot des Ortsvereins aus der Taufe gehoben. Der AWO-Fotoclub im Ortsverein bietet seitdem an der Fotografie interessierten Zeitgenossen eine Plattform zum Erfahrungsaustausch und für gemeinsame Foto-Exkursionen.

Als Mitglied im Ortsring Friedrich-Wilhelms-Hütte ist die AWO ein fester Bestandteil im Hüttener Vereinsleben. Viele Vereine nutzen gelegentlich die Begegnungsstätte für Versammlungen und andere Zusammenkünfte. Als Gegenleistung erhält die AWO personelle Unterstützung bei diversen Veranstaltungen. Ein Miteinander von dem alle Beteiligten profitieren.

Der AWO Ortsverein Hütte, mit seinen rund 400 Mitgliedern, kann stolz auf über neunzig Jahre Vereinsgeschichte zurückblicken. Viele Menschen erfuhren in dieser Zeit Hilfe durch den Ortsverein, und viele Menschen haben sich in ihm engagiert und ihn unterstützt. Die Grundsätze und Ziele der Arbeiterwohlfahrt sind seit ihrer Gründung die gleichen geblieben und haben an Aktualität nichts verloren. Hilfe und Unterstützung wird auch in Zukunft von Nöten sein. Bleibt zu hoffen, dass sich auch in Zukunft genügend Menschen finden, die diese Hilfe und Unterstützung durch die AWO Hütte gewährleisten können. Die AWO braucht viele Menschen, weil viele Menschen die AWO brauchen.